„Der Fachkräftemangel besteht nicht generell, sondern ist regional und branchenspezifisch unterschiedlich“, erklärte Arbeitsminister Schneider am 12. Oktober 2011. „Deshalb setzen wir bei der Fachkräfteinitiative auf Regionalisierung“, ergänzte Wirtschaftsminister Voigtsberger. „Wir treffen bei unserer Fachkräfteinitiative daher ganz bewusst mit den Praktikerinnen und Praktikern vor Ort regionale Verabredungen“, sagten beide Minister.
„Alle Welt redet von Fachkräftemangel und viele fordern die Anwerbung im Ausland. Dabei haben wir ein enormes, nicht ausgeschöpftes Potential im eigenen Land, das wir endlich nutzen müssen“ erklärte Minister Schneider. Zu den Potentialen gehörten:
- Jugendliche in Warteschleifen ohne berufliche Ausbildung,
- hier lebende Migranten, die unter ihren Möglichkeiten beschäftigt sind,
- ältere Beschäftigte, deren Wissen und Erfahrungen wenig gefragt sind,
- Frauen, für die Konzepte zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf fehlen,
- ausländische Studierende, die an deutschen Hochschulen studieren,
- Fachkräfte, deren Abschlüsse aus dem Ausland nicht anerkannt werden.
Weitere wichtige Eckpfeiler der landesweiten Initiative seien eine verbesserte duale Berufsausbildung, eine Verringerung der bis zu 30-prozentigen Abbrecherquoten bei beruflicher Ausbildung und Studium sowie eine intensivere berufliche Weiterbildung. Hochschulen, Industrie, Handwerk und Arbeitsagenturen müssen noch gezielter auf den Fachkräftebedarf der jeweiligen Region hin qualifizieren. „Mit unserer Initiative wollen wir einerseits eine Facharbeiterlücke verhindern und andererseits den Nachwuchs an Akademikern sichern“, betonte Schneider.
„Wir wollen im Rahmen der Fachkräfte-Initiative Best-Practice-Modelle vorstellen, die Unternehmen für eigene Maßnahmen nutzen können. Gemeinsam mit Verbänden und unternehmensnahen Institutionen soll außerdem eine Aufklärungskampagne auf den Weg gebracht werden“, erklärte Wirtschaftsminister Voigtsberger.
Nach Berechnungen des Prognos-Instituts fehlen in Nordrhein-Westfalen bis 2020 rund 630.000 Fachkräfte, wenn nicht gegengesteuert wird. Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen steht die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Spiel. Ihnen zu helfen, sei nun Aufgabe in den 16 Arbeitsmarktregionen. Noch in diesem Monat stellen diese ihre Handlungspläne der Landesregierung vor. Die ersten Projekte sollen noch vor Weihnachten umgesetzt werden. Für die Umsetzung der Konzepte stehen bis zu 50 Millionen Euro bis 2015 bereit.
Die G.I.B. begleitet die Umsetzung der Landesinitiative fachlich.

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