Der Ländervergleich zeigt aber auch, dass die subjektiven Kosten von Arbeitslosigkeit je nach Wohlfahrtsstaat variieren: Menschen in liberalen Systemen wie Großbritannien oder Irland empfinden ihn weniger einschneidend als zum Beispiel jene in Deutschland. Der Grund: In Ländern mit einem stark flexibilisierten Arbeitsmarkt und einer höheren Arbeitslosenquote ist der Jobverlust gesellschaftlich weniger stigmatisiert.
Ein Sprung auf der Karriereleiter wiederum führt zu mehr Zufriedenheit im Job. Wer den Arbeitgeber wechselt, ist vor allem zufriedener mit den ausgehandelten Arbeitsbedingungen wie Gehalt, Arbeitsvertrag und Arbeitszeit. Aufstiege innerhalb eines Unternehmens machen aus einem anderen Grund glücklich: Diese Arbeitnehmer schätzen ihre Karriereaussichten deutlich besser ein.
Die Studie „Which type of job mobility makes people happy? A comparative analysis of European welfare states” ist im Februarheft der Zeitschrift International Sociology erschienen.
Anette Fasang leitet am WZB die Projektgruppe Demografie und Ungleichheit.
Quelle: Wissenschaftszentrum Berlin
Studie: Arbeitslosigkeit wirft lange Schatten
26.03.2012
Arbeitslosigkeit schwächt nachhaltig die Zufriedenheit im Job. Wer arbeitslos war, ist auch nach einer Wiederbeschäftigung weniger zufrieden mit seiner Arbeit und den beruflichen Perspektiven. Das zeigt eine Untersuchung für 23 europäische Länder, die WZB-Forscherin Anette Fasang gemeinsam mit Sara Geerdes und Klaus Schömann von der Jacobs University Bremen gemacht hat. „Arbeitslosigkeit zieht nicht nur materielle Einbußen nach sich, sondern mindert dauerhaft die Lebensqualität“, fasst Anette Fasang die Ergebnisse der Studie zusammen.

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