Und sonst?
- Die Arbeitslosigkeit wird 2012 auf einen Jahresdurchschnitt von 2,84 Millionen sinken, erwartet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Das wären 130.000 Arbeitslose weniger als im Vorjahr. Dabei gehen die Arbeitsmarktforscher von einem Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent aus.
- Bei den Arbeitszeiten in Deutschland gehen die betriebliche Realität und die Bedürfnisse der Beschäftigten deutlich auseinander. Vollzeitbeschäftigte möchten ihre tatsächliche Arbeitszeit im Durchschnitt reduzieren, Teilzeitbeschäftigte aufstocken, zeigt eine neue Untersuchung. Überstundenabbau und Wahlarbeitszeit könnten Abhilfe schaffen.
- Arbeitslosigkeit schwächt nachhaltig die Zufriedenheit im Job. Wer arbeitslos war, ist auch nach einer Wiederbeschäftigung weniger zufrieden mit seiner Arbeit und den beruflichen Perspektiven. Das zeigt eine Untersuchung für 23 europäische Länder, die WZB-Forscherin Anette Fasang gemeinsam mit Sara Geerdes und Klaus Schömann von der Jacobs University Bremen gemacht hat. „Arbeitslosigkeit zieht nicht nur materielle Einbußen nach sich, sondern mindert dauerhaft die Lebensqualität“, fasst Anette Fasang die Ergebnisse der Studie zusammen.
- Die Stammbelegschaften in den Betrieben werden nicht zunehmend von Zeitarbeitnehmern verdrängt. Vielmehr dienen sie vornehmlich als Arbeitskraftreserven und Antwort auf notwendige Flexibilisierung. Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung über die Situation in der Zeitarbeitsbranche . Doch gleichzeitig tragen die Zeitarbeiternehmer die Nachteile und Kosten der Flexibilität. Denn ihre Einkommen unterscheiden sich in hohem Maße von den durchschnittlich erzielten Gehältern in der Gesamtwirtschaft.
- Auch die neuesten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes bestätigen wieder: die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern besteht nach wie vor. In Deutschland erhalten Frauen im Durchschnitt 23 Prozent weniger Lohn als Männer.
- Nordrhein-Westfalens Arbeits- und Sozialminister Guntram Schneider appelliert an die Unternehmer im Land, die Gleichbehandlung berufstätiger Frauen gegenüber ihren männlichen Kollegen voranzutreiben und die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf entscheidend zu verbessern. „Nach wie vor arbeiten viele Frauen ungewollt in Teilzeit, stecken in Minijobs oder verdienen im gleichen Job und bei gleicher Qualifikation weniger als ihre männlichen Kollegen“, kritisierte Schneider am 22. März 2012 anlässlich des Equal Pay Days, dem internationalen Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen.
- Der Mindestlohn im Bauhauptgewerbe hat nicht zu Beschäftigungsverlusten geführt. Das zeigt eine gemeinsame Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) und des Instituts für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG). Der massive Stellenabbau in der Branche seit Mitte der 90er Jahre sei vor allem auf das Ende des Baubooms nach der Wiedervereinigung zurückzuführen, schreiben die Autoren der Studie. Der 1997 eingeführte Mindestlohn sei daran nicht schuld.
- Jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland würde mehr Geld verdienen, wenn es einen Mindestlohn von 8,50 Euro gäbe. Das zeigen aktuelle Auswertungen des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE). Gut ein Viertel der Frauen und knapp 15 Prozent der Männer würden demnach von einer solchen Gehaltsgrenze profitieren. Momentan bekommen in Westdeutschland rund 17 Prozent weniger als diesen Stundenlohn, in Ostdeutschland ist es sogar jeder Dritte.
- Am 14. März 2012 hat das Bundeskabinett den Bericht der Bundesregierung über die Auswirkungen des so genannten "Flexi-II-Gesetzes" beschlossen. Mit diesem Gesetz sind im Jahr 2009 die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Wertguthaben verbessert worden. Mit dem Bericht genügt die Bundesregierung nicht nur einem gesetzlichen Evaluierungsauftrag, sondern nutzt die Gelegenheit, die weitere Verbreitung von Wertguthaben anzustoßen.
- Das Zeitbüro FOM infomiert in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "tempora" über Themen moderner Arbeitszeitgestaltung.
- Sowohl in der stationären als auch in der ambulanten Altenpflege fehlt es schon heute an ausreichend Fachkräften, um dem steigenden Bedarf an professioneller Pflege gerecht zu werden. Die Fachtagung "Familienfreundliche Arbeits- und Ausbildungszeitzeiten in der Pflege - ein Beitrag zur Fachkräftesicherung" vermittelt Handlungsmöglichkeiten, um aktiv neue Wege der Fachkräftesicherung in der Pflege zu gehen. Die Netzwerk W-Veranstaltung findet am 18. April 2012 in Bonn statt. Weitere Infos und Anmeldung unter www.netzwerkW-expertinnen.de
- Gemeinsam mit den fünf weiteren NRW-Projekten aus der Förderinitiative 2 des BMBF-Programms "Perspektive Berufsabschluss" stellt das "Nachqualifizierungsnetzwerk Niederrhein" Ergebnisse und Beispiele für die abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung vor. Die landesweite Fachtagung wird in Kooperation mit dem BMBF und dem Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen veranstaltet. Sie bietet Ideen und Anregungen für Projekte auch im Kontext der NRW-Fachkräfteinitiative.
- Die Ausbildung eines behinderten Jugendlichen rechnet sich mittelfristig – trotz der Kosten, die überwiegend von der Bundesagentur für Arbeit finanziert werden. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln für die Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke.
- Der Stichtag des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren rückt näher. Wenn zum 1. August 2013 die Betreuungswünsche der Eltern gemäß den Ergebnissen der DJI-Surveyforschung AID:A (2010) erfüllt werden sollen, müssten für 39 Prozent dieser Altersgruppe Plätze bereitstehen. Neben der Herausforderung, eine ausreichende Zahl an Plätzen zu schaffen, wird in jüngerer Zeit auf die zusätzliche Problematik hingewiesen, dass die hierfür benötigten Fachkräfte nicht ausreichend zur Verfügung stehen.
- Gibt es auf dem Arbeitsmarkt nicht genug geeignetes Personal, hilft es, die eigenen Reihen verstärkt zu qualifizieren - knapp zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland stimmen dieser Aussage laut der aktuellen Weiterbildungsumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zu.
- "Unternehmen in Deutschland halten die Fachkräftesicherung für eine ihrer wichtigsten Aufgaben. Dafür wünschen sich insbesondere kleine und mittlere Betriebe Unterstützung, sie benötigen Kooperationen und hilfreiche Strukturen vor Ort. Fünf regionale Netzwerke wurden jetzt in Berlin ausgezeichnet", so das BMAS .
- Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hat am 15. März 2012 in Bonn den vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vorgelegten Entwurf des Berufsbildungsberichts 2012 beraten.
- 52 Prozent der Beschäftigten müssen sehr häufig oder oft gehetzt arbeiten. 63 Prozent geben an, dass sie seit Jahren immer mehr in der gleichen Zeit leisten müssen. Das sind die zentralen Ergebnisse der bundesweiten Repräsentativbefragung unter 6.083 ArbeitnehmerInnen zum Thema Arbeitshetze und Arbeitsintensivierung. Das sind die zentralen Ergebnisse der bundesweiten Repräsentativbefragung der DGB-Index Gute Arbeit GmbH unter 6.083 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zum Thema Arbeitshetze und Arbeitsintensivierung. (Quelle: DGB, 27. März 2012)

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