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Elterngeld Monitor: Erwerbsverhalten von Müttern

27.05.2012

Elterngeld beeinflusst das Erwerbsverhalten von Müttern. Das zeigt der „Elterngeld Monitor“ des DIW Berlin im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Demnach führt das Elterngeld dazu, dass Mütter die Erwerbstätigkeit im ersten Jahr nach der Geburt unterbrechen. Im zweiten Lebensjahr des Kindes dagegen steigt die Erwerbsbeteiligung. Die größten Effekte zeigen sich hier bei Müttern mit niedrigem Einkommen und Müttern in Ostdeutschland.

Das DIW Berlin hat im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Wirkungen des seit dem 1. Januar 2007 geltenden Gesetzes zum Elterngeld und zur Elternzeit (Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz – BEEG) evaluiert. Auf Basis von repräsentativen Datensätzen wie dem Sozio-Oekonomischen Panel (SOEP), der SOEP-Erweiterung „Familien in Deutschland“ (FiD) und dem Mikrozensus lässt sich zeigen, dass das Elterngeld das erklärte Ziel, auch für Mütter dauerhaft eine eigene wirtschaftliche Existenz zu ermöglichen, besser erreicht als das vorher gültige Erziehungsgeld.

Die Untersuchung der durchschnittlichen Erwerbsquoten von Müttern, die Kinder in den Jahren vor (2004-2006) und nach Einführung des Elterngeldes (2007-2010) geboren haben, macht deutlich: Das Elterngeld setzt Anreize, dass Mütter verstärkt vor der Geburt und im zweiten Jahr nach der Geburt erwerbstätig sind. Im zweiten Lebensjahr ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Mutter wieder eine Erwerbstätigkeit aufnimmt, im Vergleich zum Erziehungsgeld signifikant gestiegen. Vor allem für Mütter mit niedrigem Einkommen sind die Erwerbsquoten nach zwei Jahren höher als vor Einführung des Elterngeldes. Es finden sich zudem eine höhere Erwerbsbeteiligung im zweiten Jahr nach der Geburt bei Müttern in Ostdeutschland und insgesamt höhere Vollzeitquoten in West- und Ostdeutschland. Die Studie legt folgende Interpretation nahe: Obwohl aufgrund des Elterngeldes mehr Mütter im ersten Jahr nach der Geburt des Kindes ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen, wird dies durch die vermehrte Erwerbstätigkeit im zweiten Lebensjahr des Kindes für viele Gruppen sogar mehr als ausgeglichen.

Allerdings kann nach Ansicht der Expertinnen und Experten Elterngeld nicht als einzelne Maßnahme die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von Müttern erreichen. Für sie ist es von zentraler Bedeutung, die positiven Effekte durch einen Ausbau der Betreuungsinfrastruktur für Kinder unter drei Jahren zu ergänzen. Darüber hinaus stellen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fest, dass der zunehmende Anteil von Vätern in Elternzeit Müttern eine frühere Rückkehr in die Erwerbstätigkeit bzw. kürzere Erwerbsunterbrechungen ermöglicht. So haben Mütter mit Partner in Elternzeit eine mehr als doppelt so hohe Erwerbsquote (36 Prozent) als Mütter, deren Partner nicht in Elternzeit sind (17 Prozent). Das ließe die Deutung zu, dass die Partnermonate in vielen Familien dazu genutzt werden, den (Wieder)-Einstieg in die Erwerbstätigkeit für Mütter nach der Geburt eines Kindes zu erleichtern.

Während andere empirische Studien gezeigt haben, dass die meisten Änderungen im Mutterschutz- oder Erziehungsgeldgesetz seit den 1980er Jahren tendenziell immer länger werdende Erwerbsunterbrechungen von Müttern zur Folge hatten, sehen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen Trend mit der Einführung des Elterngeldes gestoppt. Vor allem für die Gruppe der Mütter mit niedrigem Einkommen bezeichnen die Expertinnen und Experten der Studie die Erhöhung der Erwerbstätigkeit im zweiten Lebensjahr des Kindes im Vergleich zu anderen tatsächlichen oder diskutierten Reformen im Bereich der Familien- und Sozialpolitik als relativ effektiv. Eine kürzere Erwerbsunterbrechung führe damit in weiterer Folge zu längeren Erwerbsbiographien von Frauen, was für ihr mittel- bis langfristiges Einkommen und damit auch für ihre Alterssicherung entscheidend ist. Dies sei besonders wichtig für Frauen mit niedrigen Löhnen, für die in Bezug auf die Verkürzung der Erwerbsunterbrechung die stärksten Effekte zu finden sind.

Link: Elterngeld Monitor, DIW Berlin 2012

Quelle: frauennrw.de, 25. Mai 2012

 

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