JobFit Ansatz
Gesundheitsförderung muss in der „Lebenswelt“ der Arbeitslosen stattfinden um diese zu erreichen und um Erfolge erzielen zu können. Deshalb wurden die Qualifizierungs- und Beschäftigungsträger als Setting für die Implementierung von Gesundheitsförderung genutzt.
Die verantwortlichen Akteure der Arbeitsmarkt- und Gesundheitsförderung wurden zusammengebracht, um sowohl eine flächendeckende Umsetzung, als auch eine arbeitsmarktpolitische Regelförderung mit gemeinsamer Finanzierung durch SGB II-Träger und die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zu ermöglichen.
SGB II-Träger und GKV finanzieren dabei jeweils eine von zwei „Säulen“, auf denen die Implementierung gesundheitsfördernder Maßnahmen in die Regelförderung der Arbeitsmarktpolitik ruht: die SGB II-Träger finanzieren die „Individuelle Gesundheitskompetenzberatung“, die GKV finanzieren die „Gesundheitsbezogenen Gruppenangebote“.
Kernelemente des JobFit-Ansatzes
Die individuelle Gesundheitskompetenzberatung
ist eine speziell für die Zielgruppe der Arbeitslosen entwickelte und evaluierte Interventionsform. Ziel der Gesundheitskompetenzberatung: Mit dem Arbeitslosen sein Gesundheitsverhalten zu reflektieren und ihm Wege zu einem gesundheitsorientierten Lebensstil aufzuzeigen.
Die Gesundheitskompetenzberatung umfasst in der Regel einen Zeitraum von vier Stunden.
Der Präventionskurs - gruppenbezogene Gesundheitsförderung
Der Präventionskurs mit dem Titel „Und keiner kann´s glauben – Stressfaktor Arbeitslosigkeit“ schließt eine Angebotslücke in der Präventionslandschaft, da bisher kein adäquates Angebot existierte, dass sich auf die ausgeprägten Schwellenängste der von Langzeitarbeitslosigkeit Betroffenen bezog. Ziel des Präventionskurses ist es, gruppenbezogen das selbstverantwortliche Gesundheitsverhalten und eine adäquate Problembewältigung arbeitslosenspezifischer Belastungen zu stärken. Der Präventionskurs umfasst insgesamt neun Kurseinheiten á 90 Minuten, die im wöchentlichen Turnus durchgeführt werden.
Schulung für Qualifizierungs- und Beschäftigungsträger
Das IPG Essen bietet eine Schulung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beschäftigungs- und Qualifizierungsträger an, in denen die Kompetenzen zur Durchführung der beiden Gesundheitssäulen nach dem JobFit-Ansatz (Gesundheitskompetenzberatung und Präventionskurs) erworben werden können.
Diese Qualifizierung findet im Rahmen einer fünftägigen Schulung statt, während der die wesentlichen theoretischen und praxisrelevanten Grundlagen in insgesamt 36 Unterrichtseinheiten vermittelt werden.
Mehr Informationen zu der Schulung des IPG Essen finden Sie unter: www.ipg-uni-essen.de
Erste Erfahrungen aus Modellprojekten in NRW
Der JobFit-Ansatz wurde in den Modellprojekten JobFit Regional und JobFit NRW erfolgreich erprobt. Die Förderung erfolgte seit November 2004 durch das MAGS NRW sowie den BKK Bundesverband und BKK Landesverband NRW. Mittlerweile erreichten die JobFit Projekte rund 1.000 Arbeitslose. Beide Projekte wurden wissenschaftlich evaluiert und konnten Erfolge sowohl bzgl. Gesundheitsbezogener Variablen als auch im Hinblick auf die Beschäftigungsfähigkeit erzielen.
Als Ergebnis der Modellprojekte JobFit Regional und JobFit NRW kann festgehalten werden, dass der Zugang zu Langzeitarbeitslosen durch den ihnen vertrauten Bildungsträger gut umsetzbar ist. Die akzeptierten Methoden wecken Interesse und durchbrechen Misstrauen. Die Bereitschaft zur selbstwirksamen Auseinandersetzung mit gesundheitsbezogenen Themen und zur Formulierung und Erreichung selbst gesetzte Ziele konnte in JobFit NRW zielgruppengerecht gefördert werden. Auch konnte eine Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitslosen und von Arbeitslosigkeit bedrohten Menschen durch Maßnahmen der Gesundheitsförderung erreicht werden. (Siehe auch: Modellprojekte NRW)
Im folgenden Dokument finden Sie die ausführliche Darstellung des JobFit-Ansatzes.

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