In der Studie wurde das vorhandene Zahlenmaterial aus diversen Quellen systematisch zusammengetragen und ausgewertet. Dabei stellt sich die Datenlage mit Blick auf Jugendliche und junge Erwachsene, Betriebe sowie Teilzeitausbildungsverhältnisse sehr unterschiedlich dar:
Um Erkenntnisse über die Situation von Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen mit Kindern zu erlangen, konnten für die Studie verschiedene repräsentative Datenquellen ausgewertet werden. Zwei zentrale Befunde sind dabei: 2007 hatten fast 40 Prozent der jungen Mütter (116.000) keinen Berufsabschluss, besuchten zum Befragungszeitpunkt weder eine Schule noch waren sie in einer dualen Ausbildung. Bei den jungen Vätern waren es ca. 20 Prozent. Junge Eltern beziehen im Vergleich zu den jungen Erwachsenen deutlich häufiger Leistungen der Grundsicherung bzw. Sozialgeld (Mütter: 21 % - junge Frauen ohne Kind: 3,3 %; Väter: 22 % - junge Männer ohne Kind: 3,7 %).
Zu den Betrieben gibt es dagegen noch keine repräsentativen Erhebungen, aus denen ihre Bereitschaft hervorgeht, in Teilzeit auszubilden. Allerdings geben die nicht repräsentativen Daten vom Referenz-Betriebs-System (RBS) und die Auswertung von Projektergebnissen und Sekundärquellen Hinweise darauf, dass die Betriebe bereit sind, in Teilzeit auszubilden - und zwar dann, wenn ihnen das Prinzip der Teilzeitberufsausbildung bekannt ist.
Die direkte Ansprache und das Beispiel von Betrieben, die bereits gute Erfahrungen mit dem Ausbildungsmodell gesammelt haben, führen in der Regel dazu, dass sich ein Betrieb für die Teilzeitberufsausbildung öffnet. Die Erfahrungen auf der Projektebene zeigen außerdem, dass vor allem kleine Betriebe in Teilzeit ausbilden und diese Form der Ausbildung sogar häufig besser in ihren betrieblichen Alltag integrieren können.
Mit Blick auf die Betriebe scheint immer noch die mangelnde Information die größte Hürde zu bilden: Das Ausbildungsmodell ist für viele Betriebe neu, die meisten begegnen ihm mit Skepsis. Mit offensiver Beratung- und Überzeugungsarbeit kann diese Skepsis erfolgreich überwunden werden. Betriebe merken schnell, dass junge Eltern in Teilzeitausbildung überdurchschnittlich motiviert sind.
2009 wurden bundesweit 796 neue Teilzeitberufsausbildungs-verhältnisse erfasst (2008: 786). Dies entspricht 0,14 Prozent aller neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in 2009. Von den 796 neuen Teilzeitauszubildenden sind 745 Frauen und nur 51 Männer. Aktuelle Daten zu den Gesamtzahlen aller Teilzeitberufsausbildungsverhältnisse liegen nicht vor. Mit der Umstellung der Statistik der beruflichen Bildung ist aber mittel- und langfristig eine Besserung der Datenlage in Sicht.
Die Studie "Teilzeitberufsausbildung: Inanspruchnahme, Potenziale, Strukturen" ist veröffentlicht in der Reihe Berufsbildungsforschung (Band 13). Sie kann kostenlos auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bestellt oder als PDF-Dokument heruntergeladen werden.

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