G.I.B NRW

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Wissenschaftliche Abschlusstagung Flexstrat

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FlexStrat - Abschlussveranstaltung

Arbeitgeberzusammenschlüsse in Deutschland - Kooperationsmodell für die Zukunft

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Lohnhallengespräch 21.06.2012

Stand und Perspektive der Beschäftigungsfähigkeit im Rahmen des ESF in NRW

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Arbeitspapiere 41

Abschlussreader des Projektes KMU-INNOSTRAT erschienen

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Arbeitspapiere 41

Abschlussreader des Projektes KMU-INNOSTRAT erschienen

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29.06.2017

F 17/013

Potentialberatung - Grundlagen und Erfahrungsaustausch zum Förderinstrument

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04.07.2017

T 17/004

Arbeitstreffen Regionalagentur

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05.07.2017 - 07.07.2017

F 17/004 - abgesagt

Modulreihe "Moderieren - Beraten - Vernetzen". Modul 3: Beratung II (Soziale Systeme verstehen - Zusammenhänge in Organisationen erkennen)

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06.07.2017 - 07.07.2017

F 17/070

Basisfortbildung Berufliche Anerkennung

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11.07.2017 - 12.07.2017

F 17/063

Besondere Anforderungen in der Beruflichen Beratung - Umgang mit Menschen mit herausforderndem Verhalten

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Aufgaben und Ziele

Aufgaben und Ziele des Projektes
 

Im Laufe der letzten Jahre wurden umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten vorgenommen, die Lösungsansätze für die Frage erarbeitet haben, wie Unternehmen nachhaltig ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern und verbessern können und damit auch die Grundlage schaffen für Beschäftigungssicherung und Beschäftigungswachstum. An der Entwicklung und Erprobung dieser Lösungsansätze waren insbesondere Vertreter und Vertreterinnen der Wissenschaft, der Sozialpartner, der Kammern und Verbände, von Unternehmensberatungen sowie von Unternehmen und Belegschaften beteiligt. In vielen Fällen wurden diese Forschungs- und Entwicklungsarbeiten durch entsprechende Förderinstrumente auf Bundes- und Länderebene unterstützt.

In der Zwischenzeit liegen vielfältige Lösungsansätze vor, die sich bei vielen Unternehmen, insbesondere auch bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) anwenden lassen.
Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) haben eine überragende volkswirtschaftliche Bedeutung. In Deutschland sind über 99% aller Unternehmen klein- und mittelständisch. KMU beschäftigen etwa 60% aller Erwerbstätigen, erwirtschaften rund 35% des gesamten Umsatzes, nehmen mehr als 40% der Bruttoinvestitionen vor und repräsentieren etwa 46% der Bruttowertschöpfung.

Das Ziel des Projektes KMU-INNOSTRAT war es, das verfügbare Wissen für kleine und mittelständische Unternehmen besser zugänglich zu machen.

In einem umfassenden fachlichen Austausch mit Partnern aus den Bereichen Forschung, Politik, Sozialpartner und Intermediäre Akteure sowie Beratungs- und Weiterbildungsunternehmen haben wir u. a. zur Klärung folgender Fragen beigetragen:

  • Wie können KMU dabei unterstützt werden, ihre Wissensbasis zur Entwicklung von Innovationsstrategien zu verbessern?
  • An welchen Stellen muss dafür der fachliche Austausch zwischen den o. g. Unterstützern initiiert oder verbessert werden?
  • Wie sollte dabei insbesondere der Austausch zwischen KMU-Beratern und Wissenschaft verbessert werden?
  • Wie können gute Erfahrungen von KMU mit der Entwicklung von Innovationsstrategien erfolgreich an andere KMU vermittelt werden?
  • Wie können externe Anreize und Rahmenbedingungen Entscheidungen in KMU für eine systematische Innovationsstrategie fördern?
  • Auf Basis welcher individuellen und kooperativen Entscheidungsprozesse nutzen KMU Dienstleistungsangebote zur Entwicklung von Innovationsstrategien?
  • Was sind Eckpunkte eines politischen Handlungskonzepts zur breitenwirksamen Förderung von Innovationsstrategien in KMU?


Ziel des Projekts KMU-INNOSTRAT war somit die Erarbeitung innovativer Handlungskonzepte und Interventionssysteme, die dazu beitragen, die Entwicklung ganzheitlicher und nachhaltig wirksamer Innovationsstrategien in einer Vielzahl von KMU anzuregen und zu unterstützen. 


Der Innovationsbegriff

Das Wort Innovation ist heute in aller Munde, wird – jedenfalls im politischen Raum – nahezu inflationär benutzt und hat inzwischen so viele Bedeutungen erlangt, dass es kaum noch greibar ist. Im unternehmensnahen Bereich findet man darüber hinaus regelmäßig einen auf Spitzentechnologie reduziert Innovationsbegriff, von dem sich viele KMU, jedenfalls im Hinblick auf die Entwicklung von Innovationsstrategien, kaum angesprochen fühlen.

Viel zu häufig wird Innovation gleichgesetzt mit technologischer Innovation, tendenziell beschränkt auf die Umsetzung neuer Erfindungen – am liebsten in der Form bahnbrechender Produkte wie Fax, Hyperlink oder Nano-Technik. Auch die Promotoren technologischer Innovationen weisen natürlich darauf hin, dass diese für ein Unternehmen erst wirksam werden, wenn sie am Markt verkauft werden und bei Kunden eine wirtschaftlich erfolgreiche Anwendung finden. Breiter Konsens besteht bei Experten auch darin, dass technische Innovationen immer eingebettet werden müssen in entsprechende organisationale und soziale Bedingungen.

Die Entwicklung, Umsetzung und Vermarktung technischer Innovationen braucht moderne Unternehmen, die transparente kommunikative Organisationsstrukturen aufweisen, die Raum lassen für Kreativität, die die Beschäftigten und ihre Kompetenzen schätzen, die auf Weiterbildung setzen, die Autonomie und Eigenverantwortung nutzen, in denen ein entsprechendes Führungsverhalten vorzufinden ist und die damit insgesamt über eine Unternehmenskultur verfügen, die auch die innovative Weiterentwicklung dieser Organisationsmerkmale fördert.

Innovationen liegen allerdings nicht nur dann vor, wenn umwälzende Erfindungen gemacht und vermarktet werden. Gerade solche Entwicklungen, die sich als graduelle, inkrementelle Veränderungen an Produkten, Dienstleistungen oder Prozessen darstellen und nachhaltig positive Effekte erzielen, sei es in der Problemlösungskompetenz der Produkte und Dienstleistungen oder einer Ressourcenersparnis, und die damit für besondere Anstrengungen auch entsprechende wirtschaftliche Ergebnisse erwarten lassen, sind die breite innovative Basis, auf der sich sog. Durchbruchsinnovationen entwickeln und durchsetzen können.

Es gibt keinen Grund, den Begriff der Innovation auf technische Systeme und ihre unmittelbaren Rahmenbedingungen zu begrenzen. Tiefgreifende oder graduelle organisationale und soziale Innovationen in Unternehmen haben einen eigenen Stellenwert. Sie können grundsätzlich auch unabhängig von technologischen Veränderungen die Leistungsfähigkeit und insbesondere die Innovationsbereitschaft eines Unternehmens deutlich erhöhen. Eine solche organisationale bzw. soziale Innovation kann etwa vorliegen, wenn ein eigentümergeführtes Handwerksunternehmen einen wöchentlichen, sorgfältig vorbereiteten Besprechungstermin mit seinen Abteilungsleitern einführt. Es handelt sich hierbei scheinbar um eine kleine organisatorische Maßnahme, die aber in ganz entscheidendem Maße die Organisationskultur eines Familienunternehmens, das bis dahin vielleicht eher patriarchalisch geführt wurde, verändern kann.

In innovativen Unternehmen sichert insbesondere die ständige Arbeit an graduellen Veränderungen auf lange Sicht den Innovationsvorsprung. Basis solcher Arbeit ist eine konsequent entwickelte Lernfähigkeit auf allen Ebenen und in allen Bereichen des Unternehmens, die es ermöglicht, auch Regeln, Ziele und bisher erfolgreiche Vorgehensweisen zu hinterfragen. Mit anderen Worten: Innovationsstrategien sind immer auch Strategien organisationalen Lernens.

Dies alles macht deutlich, dass grundsätzlich in jedem Unternehmen Innovationen vorgenommen und Innovationsstrategien mit dem Ziel entwickelt werden können, die relative Marktposition immer wieder zu verbessern.

Vor diesem Hintergrund greifen wir auf eine Definition des Innovationsbegriffs von Kirner, Eva/Som, Oliver/Dreher, Carsten/Wiesenmaier, Victoria zurück: 

„Innovation nach einem ganzheitlichen Verständnis ist die Realisierung einer für das Unternehmen neuen Idee in Bezug auf Produkte, Dienstleistungen, Herstellverfahren und Organisationsformen oder eine Kombination daraus, die darauf abzielt, Marktvorteile zu verschaffen und damit den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens zu steigern.“
(Quelle: Kirner, Eva/Som, Oliver/Dreher, Carsten/Wiesenmaier, Victoria: Innovation in KMU – Der ganzheitliche Innovationsansatz und die Bedeutung von Innovationsroutinen für den Innovationsprozess, Karlsruhe 2006, S. 17; www.isi.fhg.de/publ/downloads/isi06b18/InnoKMU-Thesenpapier.pdf)