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Menschen mit Behinderung haben es schwerer am Arbeitsmarkt - gemeinsam Chancen geben!

In NRW ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen mit Schwerbehinderung weiter gesunken. Von 2017 auf 2018 ging die Zahl der Arbeitslosen mit Behinderung um 660 Personen auf 47.076 Menschen zurück. Allerdings steigt ihr Anteil an allen Arbeitslosen. Eine Chance für viele Menschen mit Behinderung ist der weiter wachsende Bedarf der Wirtschaft an Fachkräften: Schwerbehinderte Menschen sind gut qualifiziert und bieten häufig die Potentiale, die Unternehmen dringend suchen, sagte Torsten Withake, Leiter der Regional­direktion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit.

„Immer mehr Arbeitgeber sind davon überzeugt, dass schwerbehinderte Menschen ein großer Gewinn für das Unternehmen sind. Das ist auch ein Erfolg der gemeinsamen Bemühungen der Partner am Arbeitsmarkt um Inklusion“, sagte Torsten Withake, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. „Allerdings ist der Handlungsbedarf nach wie vor hoch. Denn obwohl 2018 weniger Menschen mit Behinderung arbeitslos gemeldet waren, dauert ihre individuelle Arbeitslosigkeit in der Regel länger. Und auch ihre Chancen, wieder eine Beschäftigung zu finden, sind nach wie vor deutlich geringer als für Arbeitslose ohne Schwerbehinderung.“ Withake sagte, er sei davon überzeugt, dass „es eine gesamtgesellschaftliche und selbstverständliche Aufgabe ist, schwerbehinderte Menschen so tatkräftig zu unterstützen, dass sie Arbeit aufnehmen und ihr Leben aktiv selbst gestalten können. Dafür sollten sich alle Partner am Arbeits- und Ausbildungsmarkt noch enger zusammenschließen. Denn Menschen mit Behinderung verfügen über vielfältige Potentiale, die unsere Wirtschaft gut gebrauchen kann.“

Jeder Zehnte in NRW ist schwerbehindert

Ende 2017 hatten in NRW 10,1 Prozent der Gesamtbevölkerung einen anerkannten Grad der Behinderung von mindestens 50 und galten damit als schwerbehindert. Ursache einer Schwerbehinderung ist in der Regel ein Unfall oder eine Krankheit. Nur 3,7 Prozent der schwerbehinderten Menschen werden mit einer Behinderung geboren. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko einer Schwerbehinderung. Es sei wichtig, dass alle Menschen ihren Platz in der Gesellschaft finden, sagte Withake: „Aufgrund der demografischen Entwicklung ist dies auch beschäftigungspolitisch von großer Bedeutung. Die steigende Nachfrage an Fachkräften eröffnet Menschen mit Behinderungen neue Chancen.“

Zahl arbeitsloser Menschen mit gesundheitlichem Handicap gesunken

Die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen sank 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent oder 660 Personen auf 47.076 schwerbehinderte arbeitslose gemeldete Menschen. Allerdings steigt ihr Anteil an allen Arbeitslosen und lag 2018 bei insgesamt 7,2 Prozent. Am stärksten konnten Menschen mit Behinderung in der Altersgruppe der 25- bis 55-Jährigen vom Beschäftigungsaufbau der vergangenen Jahre profitieren. Von 2017 auf 2018 ging die Zahl um 696 Personen oder 2,7 Prozent auf 25.309 Menschen zurück. Etwa 43 Prozent der schwerbehinderten Arbeitslosen waren 2018 über 55 Jahre alt.

Menschen mit Behinderung eine Chance geben

In Nordrhein-Westfalen sind 5,18 Prozent der Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Men­schen besetzt. Damit ist NRW 2017 im Bundesvergleich hinter Berlin (5,29 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (5,19 Prozent) das Bundesland mit der höchsten Besetzungs­quote. Bundesweit lag die Quote bei 4,63 Prozent. 285.270 Pflichtarbeitsplätze in NRW wurden 2017 als besetzt angerechnet, allerdings blieben 58.623 Pflichtarbeits­plätze unbesetzt.

Withake wirbt anlässlich der neunten bundesweiten Woche der Menschen mit Behinderung dafür, dass Arbeitgeber sich noch häufiger bereit zeigen, Menschen mit Behinderung eine Chance zu geben: „Um in NRW weiter als Wirtschaftsstandort erfolgreich zu sein, müssen wir neue Wege gehen und alle Fachkräftepotentiale nutzen.“

Die Zahl der Unternehmen und Betriebe, die verpflichtet sind, schwerbehinderte Menschen einzustellen, stieg 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 877 Arbeitgeber auf 34.047 Unternehmen. Arbeitgeber mit 20 Arbeitsplätzen oder mehr sind verpflichtet, mindestens auf fünf Prozent der Arbeitsplätze schwerbehinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu beschäftigen.

Schwerbehinderte Arbeitslose sind gut qualifiziert

Menschen mit Behinderung verfügen in der Regel über gute Qualifikationen. Knapp 60 Prozent der arbeitslos gemeldeten schwerbehinderten Menschen suchen eine Tätigkeit als Fachkraft, Spezialist oder Experte. Bei den Arbeitslosen ohne Schwerbehinderung suchen lediglich 43 Prozent eine Tätigkeit als Fachkraft oder höher, die eine qualifizierte Ausbildung voraussetzen.

Bundesagentur für Arbeit unterstützt schwerbehinderte Menschen und Unternehmen

Die Agenturen für Arbeit und Jobcenter unterstützen neben vielen anderen Arbeitsmarktpartnern schwerbehinderte Menschen bei dem Arbeitsplatz­erhalt oder einer Arbeitsaufnahme. Beratung und Finanzierung der technischen Aus­stattung behinderten­gerechter Ausbildungs- und Arbeitsplätze zählen ebenso zu den Fördermöglichkeiten wie Lohnkostenzuschüsse an Unternehmen und Betriebe. Sollte zum Beispiel nach einer längeren Krankheit eine berufliche Qualifikation erforderlich sein, gibt es zahlreiche Angebote für Aus- und Weiterbildungen. Betroffene können sich individuell beraten lassen.

Weitere Informationen

An diesem Montag veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit eine Broschüre zur Arbeitsmarktsituation von Menschen mit Behinderung in NRW

Zur neunten bundesweiten Aktionswoche für Menschen mit Behinderung vom 2. Dezember bis zum 6. Dezember bieten die Agenturen für Arbeit in NRW Beratungs- und Informationsveranstaltungen für Arbeitgeber und Menschen mit Behinderung an.

Am Donnerstag, den 05.12.2019, findet von 15.00 bis 16.30 Uhr eine gemeinsame Pressekonferenz der METALL NRW, IG Metall NRW, dem Landschaftsverband Rheinland, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe und der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit bei FLENDER GmbH in Bocholt statt. Anlässlich der Woche der Menschen mit Behinderung wird ein gemeinsamer Aufruf unterzeichnet.

Quelle: Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit, 2. Dezember 2019